Kinderlesungen
5.- 7.12. 2008 | 15:00 - 18:00 Uhr | UNICAMPUS - Carl-Zeiss-Straße 3 | Eintritt 2€
Kinderlesungen
„Wir brauchen Märchen“
Brasilianische Märchen für Groß und Klein
„Wenn wir nicht einfach in den Tag hinein leben, sondern unserer Existenz voll bewusst
sein wollen, ist es unsere größte und zugleich schwerste Aufgabe in unserem Leben
einen Sinn zu finden...
Die Einsicht in den Sinn des eigenen Lebens erringt man nicht plötzlich in einem
bestimmten Alter, auch nicht, wenn man den Lebensjahren nach ein reifer Mensch sein
müsste. Im Gegenteil: das Wissen um das, was der Sinn des Lebens sein könnte oder sein
sollte, ist das Zeichen seelischer Reife und das Ergebnis einer langen Entwicklung.
Heute liegt wie in früheren Zeiten die wichtigste und schwierigste Aufgabe der
Erziehung darin, dem Kind dabei zu helfen, einen Sinn im Leben zu finden.“
Aus „Kinder brauchen Märchen“ (Bruno Bettelheim, 1975)
Eine Gruppe deutscher und brasilianischer Studenten der Friedrich-Schiller-Universität
unter der Leitung von Prof. Parschen, Institut für Romanistik, und in Zusammenarbeit mit
dem Iberoamérica e.V., hat eine Auswahl brasilianischer Märchen ins Deutsche
übertragen, die in einer zweisprachigen Sammlung veröffentlicht werden soll.
Wir wollen Ihnen und Ihren Kindern einige der Märchen vorlesen und somit
in die brasilianische Märchenwelt einführen. Wir werden von den Indianern erfahren,
wie die Nacht entstanden ist, und mit dem Frosch eine Reise zum Himmel unternehmen.
Lernen Sie den „Saci“ und den „Curupira“ kennen. Dabei können Sie brasilianischen
Kuchen, Kaffee und Tee aus fairem Handel kosten.
Anmeldung per E-Mail: kontakt@iberoamerica-jena.de
„Das Fest im Himmel“
Es verbreitete sich die Nachricht unter den Tieren der Savannen und der Wälder, dass
im Himmel ein grosses Fest stattfinden würde. Alle Vögel und anderen flugfähigen
Tiere waren dazu eingeladen - und alle Tiere, die keine Flügel hatten, platzten vor Neid.
Aber stellt euch einmal vor, wer auch auf dieses Fest gehen, beziehungsweise fliegen
wollte? Der Ochsenfrosch! Ja, ausgerechnet der - schwer und träge, nicht einmal
in der Verfassung, einen kleinen Spurt hinzulegen, geschweige denn, in die Höhen
des Himmels aufzusteigen...
„Vitória-régia“
Eine schöne Indianerin verliebte sich in den Mond. Die Indianerin glaubte, dass
der Mond ein mächtiger Krieger sei, und wollte ihn heiraten. Eines Nachts, als der
Mondschein so schön war, kam sie zum Fluss...
„Wie die Nacht entstanden ist“
Als die Welt noch sehr jung war, gab es keine Nacht. Die Tiere gab es auch nicht,
sondern nur Pflanzen und Menschen. Es hörte nie auf, hell zu sein, und niemand kam
richtig zur Ruhe. Die Menschen waren so müde, dass ihnen die Augen vor Müdigkeit
zufielen. Nur die große Schlange „Cobra Grande“, die Zauberin war, konnte die
Nacht erzeugen...



